Mac Mini per Plex

Do, Mär 5, 2009

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Mac Mini per Plex

Endlich ist es soweit. Nach 18 Monaten hat Apple den Kleinsten der Familie auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Seit heute bin ich nun stolzer Besitzer eines neuen Mac Mini, den ich als Mediacenter im Wohnzimmer einsetze. Der Mini verbraucht lediglich 13 Watt und schont damit sowohl die Familienkasse als auch die Umwelt und steht in der Leistung dem bisher im Einsatz befindlichen PC in nichts nach. Alleine die Größenverhältnisse sprechen Bände:

Vergleich

Zum Einsatz kommt dabei eine Open Source Software namens Plex. Dabei handelt es sich um eine Portierung für Mac OS X, die ursprünglich mal für die erste XBox entwickelt wurde. Plex reichert digitale Medien selbständig um Informationen aus dem Internet an, kann das Aussehen über Skins verändern und bietet eine völlig neue Dimension des Erlebens von digitalen Inhalten. Die Software wird ständig weiterentwickelt und bietet seit kurzem auch eine Schnittstelle, mit der sich Internetdienste wie YouTube, Joost und etliche andere einbinden lassen. Nachteilig ist die (noch) nicht vorhandene Integration mit EyeTV oder einem anderen Fernsehmodul. Dies befindet sich jedoch ebenfalls in Entwicklung.

Einige Bilder helfen vielleicht ein wenig zum ersten Eindruck:

Die Oberfläche ist wahrscheinlich eine der coolsten, die jemals einen Bildschirm begrüßt hat. Schlank, schnell, intuitiv und informativ – regelrecht sexy.

Die wohl größte Stärke von Plex ist die Anreicherung von Informationen aus dem Internet, speziell für Filme. Man verweist lediglich auf ein Verzeichnis, das die Medien beinhaltet und Plex durchstöbert dann diverse Onlinedatenbanken nach Metadaten wie z.B. Serie/Episode/Filmname/Kurzbeschreibung/Darsteller/Regisseur und Cover. Voraussetzung dafür ist eine gewisse Ordnerstruktur und Namenskonvention, die nicht immer funktioniert und das ein oder andere Mal manuelle Handarbeit erfordert. Dies ermöglicht ein fantastisches Durchstöbern der Inhalte und ermöglicht einen völlig neuen Zugang zu den Medien, die man mittlerweile so angesammelt hat. Es ist ein wenig vergleichbar mit dem Wechsel von CD’s zum Ipod – ein ganz anderer Zugriff entsteht.

Performance

Der neue Mac Mini mit 2 Ghz Core 2 Duo, 1GB RAM sowie der nun eingebauten NVIDIA Grafikkarte verhält sich Plex extrem ansprechend. Es spielt hochauflösende Filme in 720p und 1080p ohne zu Murren ab. Bei 1080p kommt es je nach Bitrate zu Aussetzern – hier hoffe ich auf das kommende Snow Leopard Betriebssystem, mit dem auch die Grafikkarte für CPU-Berechnungen herangezogen werden kann. Die Speicheraufrüstung auf 2GB würde das der Grafikkarte zugeordnete VRAM von 128MB auf 256MB erhöhen. Ich setze dabei ein Full-HD Gerät ein und fahre daran die Maximalauflösung von 1920 * 1080 in 60hz. Ich habe den Eindruck, dass Plex wesentlich schneller in der Darstellung ist als z.B. Boxee und VLC.

Fernbedienung

Am Anfang habe ich lediglich die Apple Remote eingesetzt, aber ein so umfangreiches Paket wie Plex schreit förmlich nach mehr als 6 Tasten. Den extrem relevanten “Wife Test” hätte die Lösung per Funktastatur gar nicht erst antreten müssen. Insofern war ich hocherfreut, dass Logitech – Hersteller der wunderbaren Universalfernbedienungen ‘Harmony’ – mittlerweile Plex unterstützt ! Im Unterschied zu ‘normalen’ Universalfernbedienungn muss man bei den Harmony’s nicht stundenlang mit Fernbedienungen aufeinanderzeigen und Taste für Taste anlernen, sondern kann sich per Internet aus einem scheinbar grenzenlosen Bestand fertige Tastenbelegungen herunterladen.

Damit hieß es dann lediglich: Harmony einstöpseln, in der Logitech Seite das Gerät Plex hinzufügen und voila – nun kann ich per Harmony Plex komplett steuern und sogar damit den Mini in den Schlaf versetzen. Ach so, Plex muss man in den Einstellungen noch mitteilen, dass nicht mehr die Apple-Remote, sondern nun die Harmony angesprochen werden soll – klappte einwandfrei.

Ein Leben in Harmony

Ein Leben in Harmony

Integration

Plex unterstützt die beliebten Apple Anwendungen iPhoto, Aperture und iTunes nativ, d.h. man kann direkt die dort hinterlegten Metadaten ansprechen ohne parallel einen zweiten Bestand zu führen. Das funktioniert auch bei Nutzung eines anderen Mac im Netzwerk, allerdings muss dazu der Plex Media Server auf dem betreffenden Rechner laufen. Plex unterstützt etliche Netzwerkverbindungen und kann auch als reiner Streaming Client eingesetzt werden. Allerdings wird das per WLAN eng – Kabel heisst Dein Freund.

Sound

Ein weiterer großer Pluspunkt für Plex – meines Wissens unterstützt kein anderes Programm (FrontRow, Boxee, VLC) sauberen Surroundsound. Plex gibt DTS / AC3 aus und klingt über digitalen Output hervorragend.

Insgesamt ist der Mac Mini ein hervorragendes Media Center, den man über DVI prima mit einem Full HD Flachfernseher verbinden kann. Daneben kann ich ihn natürlich auch mit der kabellosen Tastatur und Maus einfach für kurze Mails oder das Anstossen von längeren Downloads benutzen ohne dass dies mein Macbook Pro blockiert.

Plex selber ist ein fantastisches Stück Software, was ständig weiterentwickelt wird und sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Für Medien Junkies wie mich ist das wohl so gut wie es zur Zeit geht.

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3 Antworten zu “Mac Mini per Plex”

  1. Dirk Says:

    Ja – Glückwunsch! Macht nen schlanken Fuß. Sag mal Bescheid, wenn die Integration als Video-Recorder auch sinnvoll funktioniert. Dann könnte ich mir einen Umstieg auch vorstellen.

    Bislang hatte Plex bei mir immer noch Probleme gehabt, wenn er meine selbstgedrehten Urlaubsfilme aus Italien für Fellinis Meisterwerke hielt, und eine entsprechende Synopsis anzeigte… ;-)

    Die Integration mit der Harmony ist natürlich prima… Vielleicht teste ich das auch erst mal auf meinem Fernseh-PC.

  2. Dirk Says:

    Ah – damn – seh ja gerade, dass es nur auf Mac läuft… Na mal schauen..

  3. Sven Says:

    @Dirk: Du kannst für jeden Ordner separat einstellen, ob er im Internet nach Metadaten suchen soll. Wenn Du einen Ordner für Urlaubsvideos anlegst und diesen entsprechend ausklammerst, müsste es wie gewünscht funktionieren. Bis dann, Sven

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